Vergiftung
Viel kann zu viel sein
Nehmen Sie auf keinen Fall mehr von einem Medikament als vorgeschrieben. Besonders bei älteren
Menschen besteht ein erhöhtes Risiko, dass sie zu viel von einem Medikament nehmen – wenn sie verwirrt oder vergesslich sind.
Aber viele Menschen glauben auch, dass dadurch die Wirkung beschleunigt oder verstärkt werden kann. Das kann ein gefährlicher
Irrtum sein.
Überdosierung kein Grund zur Panik
Wer versehentlich einmal zu viel von einem Medikament schluckt, sollte sich aber dennoch nicht unnötig ängstigen. Mit großer
Wahrscheinlichkeit passiert gar nichts. Die meisten Medikamente haben einen großen Spielraum zwischen wirksamer und giftiger Menge.
Zu hohe Dosierungen merkt man manchmal sofort, manchmal erst nach Tagen oder sogar Wochen, wenn die Leber oder die Nieren mit der
hohen Menge an Wirkstoff nicht mehr fertig werden.
Falls Sie im Zweifel sind, rufen Sie die Vergiftungszentrale an (Notrufnummern), oder erkundigen Sie sich bei einem Arzt/einer Ärztin
oder in der Apotheke.
So verhindern Sie Medikamentenvergiftungen bei Kindern
- Medikamente nicht herumliegen lassen.
Lassen Sie keine Medikamente herumliegen, wenn Sie Kinder haben oder wenn Kinder zu Besuch kommen – auch nicht Antibabypillen, Schmerzmittel wie Aspirin, Schnupfenmittel, Grippemittel, Eisenmittel, Antibiotika, Herz- und Kreislaufmittel oder scheinbar harmlose Naturheilmittel. - Medikamente verschließen
Verschließen Sie Medikamente immer in einem Schrank. - Nicht vor kleinen Kindern einnehmen
Vermeiden Sie, Medikamente einzunehmen, während Sie von einem kleinen Kind beobachtet werden. Kinder imitieren das Verhalten von Erwachsenen. - Nicht als Bonbon bezeichnen
Bezeichnen Sie Medikamente als Medikamente und nicht als Bonbons oder Zuckerl. Kinder erhalten sonst einen falschen Eindruck. Was gut gemeint ist, kann fatale Folgen haben. - Auf Reisen sicher verwahren
Achten Sie auch auf Reisen darauf, dass Medikamente sicher verwahrt sind. Kinder sind extrem neugierig und untersuchen alles, was sie in die Hände kriegen können: Handtaschen, Koffer, Toilettenbeutel, Plastiktüten. - Telefonnummer der Vergiftungszentrale
Notieren Sie die Telefonnummer der Vergiftungszentrale. Platzieren Sie diese deutlich sichtbar in der Nähe des Telefons – im Ernstfall kann jede Sekunde lebensrettend sein. - Sicher ist sicher
Es ist besser, im Zweifelsfall die Vergiftungszentrale anzurufen, als sich später Gewissensbisse zu machen. - Babysitter, Großeltern, Tagesmütter
Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder auch bei Babysittern, Großeltern, Tagesmüttern und anderen Personen, bei denen sich Ihr Kind aufhält, vor versehentlicher Medikamenteneinnahme geschützt sind. Unterrichten Sie alle Personen, die auf Ihr Kind aufpassen, von diesen Sicherheitsregeln.
Medikamentenvergiftung – was tun?
- Bei Kindern
Als Erstes den Mund öffnen und rasch eventuell noch vorhandene Medikamentenreste entfernen.
Die anschließend notwendigen Maßnahmen gelten sowohl für Kinder als auch für Erwachsene:
- Wenn nur eine kleine Menge an Medikamenten geschluckt wurde
Rufen Sie sofort einen Arzt an oder die Vergiftungszentrale oder den ärztlichen Notdienst. Man wird Sie fragen, wie alt das Opfer ist, welches Medikament und wie viel geschluckt wurde. Außerdem: welche anderen Medikamente das Opfer regelmäßig nimmt.
Nichts zum Trinken geben und kein Erbrechen auslösen – außer Sie erhalten ärztliche Anweisung, das zu tun. Erbrechen kann zusätzlichen Schaden anrichten. - Wenn eine große Menge an Medikamenten geschluckt wurde (auch dann, wenn Sie nur den Verdacht haben)
- Rufen Sie sofort den Notarzt (in Österreich die Rettung)!
- Anweisungen befolgen und warten, bis Hilfe eintrifft.
- Nichts zum Trinken geben und kein Erbrechen auslösen – außer Sie erhalten ärztliche Anweisung, das zu tun. Erbrechen kann zusätzlichen Schaden anrichten.
- Wenn der Notarzt eintrifft, wird man Sie fragen, welches Medikament und wie viel geschluckt wurde. Außerdem: welche anderen Medikamente das Opfer regelmäßig nimmt.
- Wenn die vergiftete Person nicht ansprechbar ist: Legen Sie sie auf die Seite, und achten Sie darauf, dass Erbrochenes nicht eingeatmet oder geschluckt wird.
GIFT-INFORMATIONSZENTREN
Angaben für einen Giftnotruf:
- Alter der vergifteten Person
- Art und Konzentration des Giftes oder Stoffes
- Eingenommene Menge
- Zeitpunkt der Einnahme
- Anzeichen der Vergiftung
- Bereits getroffene Maßnahmen
Deutschland:
(detaillierte Informationen im Internet zu den jeweils zuständigen Vergiftungszentralen unter:
www.vergiftungszentrale.de)
| Baden-Württemberg | Tel.: 0761/192 40 (Freiburg) |
| Bayern | Tel.: 089/192 40 (München) |
| Berlin | Tel.: 030/192 40 |
| Brandenburg | Tel.: 030/192 40 (Berlin) |
| Bremen | Tel.: 0551/192 40 (Göttingen) |
| Hamburg | Tel.: 0551/192 40 (Göttingen) |
| Hessen | Tel.: 061 31/192 40 (Mainz) |
| Mecklenburg-Vorpommern | Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt) |
| Niedersachsen | Tel.: 0551/192 40 (Göttingen) |
| Nordrhein-Westfalen | 02 28/2 87 3211 (Bonn) |
| Rheinland-Pfalz | Tel: 06131/192 40 (Mainz) |
| Saarland | Tel.: 06841/192 40 (Homburg/Saar) |
| Sachsen | Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt) |
| Sachsen-Anhalt | Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt) |
| Schleswig-Holstein | Tel.: 0551/192 40 (Göttingen) |
| Thüringen | Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt) |
Österreich
(detaillierte Informationen im Internet: www.akh-wien.ac.at)
Tel.: 01/4 06 43 43 oder 01/4 04 00 22 22 (Notruf)
Schweiz
(detaillierte Informationen im Internet:
www.toxi.ch)
Tel.: 01/2 51 51 51 (Notruf)