Wir bewerten Arzneimittel - Unabhängig, kritisch, kompetent

So bewerten wir

Gut oder schlecht, das ist die Frage. Das gilt auch für Arzneimittel. Es gibt im Internet viele Datenbanken und Informationen über Medikamente. Aber es gibt nichts Vergleichbares zu den Bitteren Pillen. Wir waren 1983 die ersten, die im deutschen Sprachraum Medikamente knallhart und wissenschaftlich seriös danach bewertet haben, ob sie gut oder schlecht sind. Wir waren die ersten, die sich dieses Recht auch juristisch erkämpft haben und vor der Pharmaindustrie nicht in die Knie gegangen sind. „Eine Bibel für Laien“, schrieb der Spiegel, der die Erstausgabe publizistisch begleitete.

Der überwältigende Erfolg von Bittere Pillen – mehr als 2,7 Millionen verkaufte Bücher – beruht darauf, dass wir vollkommen unabhängig und seriös sind. Niemand kann uns einschüchtern oder etwas vorschreiben oder dreinreden, weder die Pharmaindustrie noch die Politik und auch keine Interessensverbände. Wir sehen unsere Aufgabe einzig und allein darin, allen Patienten und Patientinnen eine seriöse, sachgerechte Bewertung von Arzneimitteln zu geben.

Seit der Erstausgabe im Jahr 1983 sind wir ein rotes Tuch für Pharmakonzerne. Diese haben mit allen Mitteln versucht, die Veröffentlichung derartiger Informationen zu verhindern. Seit 1983 haben wir etwa 80 juristische Klagen und Klagedrohungen von Seiten der Industrie erhalten – und wir sind stolz darauf, dass wir vor Gericht bis jetzt kein einziges Verfahren verloren haben. Es ist ein Beweis für die Qualität unserer Arbeit.

Unsere Beurteilung

Wir stützen uns dabei auf den Sachverstand von ausgesuchten Experten, die nur ihrem ärztlichen Ethos verpflichtet und vollkommen unabhängig von der Pharmaindustrie sind. Außerdem stützen wir uns auf den letzten Stand der medizinischen Fachliteratur.

Im Wesentlichen beschränken wir uns auf sechs Bewertungen, die wir auch farblich so kennzeichnen, dass Patienten/Patientinnen auf einen Blick erkennen können: Das Medikament ist gut oder schlecht.

  • Therapeutisch zweckmäßig
  • Möglicherweise zweckmäßig
  • Wenig zweckmäßig
  • Naturheilmittel
  • Homöopathisches Mittel
  • Abzuraten

Therapeutisch zweckmäßig bedeutet, dass der zu erwartende Nutzen des Medikaments in einem sinnvollen Verhältnis zu den Risiken steht, wie sie jedes Medikament hat. Denn in der Medizin gilt der Satz: Jedes Medikament, das wirkt, hat auch Nebenwirkungen. Therapeutisch zweckmäßig bedeutet aber nicht, dass die Verwendung immer und in jedem Fall sinnvoll ist. Solche Mittel werden von uns mit einem grünen Farbpunkt gekennzeichnet. Manchmal schränken wir die positive Bewertung durch zusätzlich Hinweise ein wenig ein. Das drücken wir in den Formulierungen aus, wie beispielsweise „Therapeutisch zweckmäßig nur zur…“ oder „Therapeutisch zweckmäßig nur bei…“ oder „Nur zweckmäßig bei…“ oder „Möglicherweise zweckmäßig“.

Wichtig: Ein Medikament, das als Therapeutisch zweckmäßig eingestuft wurde, sollte keinesfalls bedenkenlos eingenommen werden. Wenn ein Medikament als Abzuraten oder Wenig zweckmäßig bewertet wird, bedeutet das nicht unbedingt, dass Sie sofort aufhören sollen, es einzunehmen. Sprechen Sie mit einem Arzt Ihres Vertrauens darüber.

Möglicherweise zweckmäßig bedeutet, dass Hinweise auf ein positives Wirkungs-Risiko-Verhältnis vorliegen, diese aber noch nicht zweifelsfrei belegt sind. Solche Mittel werden mit einem orangenen Farbpunkt - also positiv mit einem gewissen Vorbehalt – gekennzeichnet.

Wenig zweckmäßig kann Folgendes bedeuten (und wird jeweils entsprechend begründet):
Die Wirksamkeit des Medikaments ist nicht zweifelsfrei belegt, aber das Risiko ist relativ gering. Es kann auch bedeuten, dass es in diesem Anwendungsgebiet besser geeignete oder besser erprobte oder weniger riskante Medikamente gibt. Schließlich kann es auch bedeuten, dass es bei der betreffenden Erkrankung vielleicht besser wäre, gar kein Medikament zu verwenden; trotzdem bringt die Verwendung des Medikaments eine gewisse Linderung der Beschwerden. Solche Mittel werden von uns mit einem orangen Farbpunkt gekennzeichnet.

Naturheilmittel werden von uns mit einem hellblauen Farbpunkt, also positiv, jedoch mit einem gewissen Vorbehalt – gekennzeichnet, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Es dürfen nur pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten sein (also keine Mischungen aus synthetischen und natürlichen Stoffen).
  • Es sind keine nennenswerten Nebenwirkungen zu erwarten.
  • Die therapeutische Wirksamkeit ist zwar nicht zweifelsfrei nachgewiesen, es gibt jedoch ein relativ gesichertes Erfahrungswissen, dass die Anwendung sinnvoll sein kann, wenn der Patient/die Patientin eine positive Wirkung verspürt.
  • Es wird vom Hersteller kein Anwendungsgebiet genannt, bei dem nach dem heutigen Stand der Medizin ein therapeutisch wirksames Medikament zwingend vorgeschrieben ist.

Homöopathische Mittel werden von uns ebenfalls mit einem hellblauen Farbpunkt, also positiv, jedoch mit einem gewissen Vorbehalt – gekennzeichnet, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Es dürfen nur Inhaltsstoffe in homöopathischer Verdünnung enthalten sein.
  • Es wird vom Hersteller kein Anwendungsgebiet genannt, bei dem nach dem heutigen Stand der Medizin ein therapeutisch wirksames Medikament zwingend vorgeschrieben ist.

Abzuraten bedeutet, dass nach unserer Einschätzung Nutzen und Risiken des Medikaments in keinem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Solche Mittel werden mit einem roten Farbpunkt gekennzeichnet.

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