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Reisen

Vorbereitungen

  • Impfungen? Mindestens 6 Wochen vorher entscheiden!
  • Malaria-Schutz? Mindestens 3 Wochen vorher entscheiden!
  • Durchfall-Schutz? Mindestens 1 Woche vorher entscheiden!
  • Reise-Apotheke? Mindestens 1 Woche vorher entscheiden!
  • Krankenversicherung? Frühzeitig entscheiden! Deckt Ihre gesetzliche Krankenversicherung alle Risiken ab? Sind Sie über eine Kreditkarte versichert?

Impfungen
Erkundigen Sie sich mindestens 6 Wochen vor der Abreise über notwendige Impfungen. Manche Vorsorge-Maßnahmen müssen sogar noch früher durchgeführt werden.
Informieren Sie sich vor jeder größeren Reise bei der »Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin« (Internet: www.dtg.org).

Malaria-Vorbeugung


  • Moskitonetz
    Der wichtigste Malariaschutz sind Moskitonetze!
  • Insektenmittel
    Zusätzlich sollte man sich durch ein Insektenmittel wie Autan oder Deet schützen.
  • Vorbeugung durch Medikamente
    Die Vorbeugung durch Medikamente muss bereits 1–2 Wochen vor der Abreise beginnen und vier Wochen nach Rückkehr weitergeführt werden, um alle eventuell im Körper vorhandenen Erreger unschädlich zu machen. Weil manche Medikamente zur Malaria-Prophylaxe schwere Nebenwirkungen haben können und sich die aktuellen Empfehlungen schnell ändern, sollten Sie sich von erfahrenen Medizinern beraten lassen. Achtung: Die Vorbeugung mit Medikamenten bietet keinen 100-%igen Schutz gegen Malaria!
  • Welches Medikament?
    Das für Sie am besten geeignete Medikament hängt ab: von Ihrem Reiseziel, von der Aufenthaltsdauer, von Ihrem Alter, ob Sie schwanger sind, welche anderen Medikamente Sie noch einnehmen (z. B. Betablocker).
    Zur Vorbeugung stehen folgende Medikamente zur Auswahl: Malariamittel
  • Vorbeugung für Frauen
    Für Frauen im gebärfähigen Alter gilt: Wenn Sie ein Malariamittel nehmen, sollten Sie eine sichere Verhütungsmethode anwenden, da bei manchen Mitteln ­– nicht bei allen – ein Risiko besteht, das Kind zu schädigen. Schwangere sollten bis zum 2. Drittel der Schwangerschaft unbedingt vermeiden, in Malaria-verseuchte Gebiete zu reisen.

Malaria-Behandlung

Im Notfall
Falls Sie aus irgendeinem guten Grund auf die Vorbeugung durch Medikamente verzichten, sollten Sie im Notfall – zur Selbstbehandlung einer Malaria-Infektion – folgende Ausrüstung dabeihaben:

Malaria Quick Test
Rezeptfrei in Apotheken erhältlich für etwa 40 Euro. Damit können Sie testen, ob Sie tatsächlich an Malaria erkrankt sind. Aufgrund von Symptomen allein kann man das nicht eindeutig entscheiden. Achtung: Dieser Test bietet keine 100-%ige Sicherheit (zwischen 70–100 %).

Wenn Sie an Malaria erkrankt sind
Wenn Sie den Verdacht haben, an Malaria erkrankt zu sein, sollten Sie unbedingt ein Medikament schlucken. Sie haben 2 Möglichkeiten. Lassen Sie sich vor der Reise beraten, welches Medikament für Sie am günstigsten ist:

  • Lariam (enthält den Wirkstoff Mefloquin): 2 × 1 Tablette im Abstand von 8–12 Stunden schlucken.
  • Malarone (enthält die Wirkstoffe Atovaquon + Proguanil): Je 4 Filmtabletten auf einmal an drei aufeinander folgenden Tagen schlucken.

Sofort ärztliche Hilfe suchen!
Suchen Sie in jedem Fall – auch wenn Sie bereits ein Medikament geschluckt haben – rasch einen Arzt/ eine Ärztin auf. Malaria kann eine lebensbedrohliche Krankheit sein. Je mehr Zeit zwischen dem ersten Auftreten von Symptomen und einer optimalen Behandlung vergeht, umso geringer wird die Überlebenschance:
Bis 5 Tage 98 %, nach 10 Tagen nur noch 60 % (gilt nur für Malaria tropica)!

Die wichtigste Regel: Durchfall verhindern

Das Risiko von Durchfall kann man durch eine einfache Verhaltensregel fast ausschalten: Kein Leitungswasser, keine Eiswürfel, keine offenen Getränke, keine ungeschälten Früchte oder Gemüse, keine Salate und keine Nahrungsmittel aus dem Straßenverkauf zu sich nehmen. Speisen sollten vor dem Essen ausreichend gekocht oder erhitzt worden sein.

  • Geheimrezept 1 – Cola
    Coca-Cola oder Pepsi Cola wirken in gewisser Weise vorbeugend gegen Durchfall.
  • Geheimrezept 2 – Alkohol
    Als »Geheimrezept« für Erwachsene gilt: ein Schnapsglas voll hochprozentigem Schnaps (Whisky, Wodka, etc.) 1 × am Tag trinken – Alkohol hat eine desinfizierende Wirkung und kann Krankheitskeime abtöten, die Durchfall verursachen.
  • Vorbeugung mit Antibiotika
    Nur für Personen geeignet, die bei Durchfall besonders gefährdet sind: Diabetiker, ältere Herzkranke, Personen mit aktiven Darmerkrankungen oder Patienten, die mit Protonenpumpenhemmern behandelt werden (z.B. Agopton). Schwangere und Kinder sollten keine vorbeugenden Medikamente einnehmen!
  • Welches Antibiotikum?
    Sinnvolle Antibiotika zur Vorbeugung sind zum Beispiel die Gyrasehemmer Ciprobay (Deutschland, rezeptpflichtig) oder Ciproxim (Österreich, rezeptpflichtig). Achtung: Diese Medikamente vom ersten Tag der Reise bis zwei Tage nach der Rückkehr einnehmen – insgesamt aber keineswegs länger als 2–3 Wochen.

Durchfall – was tun?

Das Wichtigste
Sie müssen den Wasser- und Elektrolythaushalt ausgleichen – das ist bei jedem Durchfall die wichtigste Maßnahme. Das bedeutet: Viel Flüssigkeit mit Zucker und Salz in einer ganz bestimmten Mischung trinken. Falls Sie kein Elektrolyt-Fertigpräparat zur Verfügung haben, können Sie sich damit behelfen, einem Liter Wasser (originalverpackt aus Flaschen) 1 1/2 Teelöffel Salz und 2–3 Esslöffel Zucker (oder 2 Esslöffel Honig) beizufügen. Eine andere Notlösung ist: 1/2 Liter Cola mit der gleichen Menge Wasser verdünnen und trinken und Salzgebäck knabbern. Zusätzlich eine Banane essen (wegen des Kaliumgehalts).
Achtung: Bei Kleinkindern besser keine Notlösungen verwenden, sondern Fertigpräparate verwenden.

Unblutiger Durchfall
In den meisten Fällen handelt es sich um unblutigen Durchfall, verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfen und Fieber. Wichtigste Maßnahme: Verluste im Wasser- und Elektrolythaushalt ausgleichen. Bei heftigen Beschwerden und wenn Sie keine andere Möglichkeit haben, ist die Einnahme des Wirkstoffs Loperamid vertretbar (z.B. Loperamid-ratiopharm akut; in Deutschland und Österreich rezeptfrei). Diese Mittel dürfen nicht verwendet werden bei Säuglingen und Kleinkindern, bei hohem Fieber, bei Blut oder Schleim im Stuhl! Auf keinen Fall länger als 2 Tage verwenden! Schwerste Nebenwirkungen möglich!

Blutiger Durchfall
Bei blutigem Durchfall in Verbindung mit Fieber, Bauchschmerzen und Entkräftung ist eine Behandlung mit Antibiotika notwendig. Als Standardmedikament wurde bis vor kurzem die Wirkstoff-Kombination Cotrimoxazol (enthalten z. B. in Bactrim) verwendet. Inzwischen sind jedoch viele Krankheitskeime dagegen resistent geworden – es besteht das Risiko, dass das Mittel nicht wirkt. Besser einen Gyrasehemmer (z.B. Ciprobay (D), Ciproxin (Ö) – beide sind rezeptpflichtig) oder ein Cephalosporin zum Spritzen (z. B. Rocephin) verwenden. Achtung: Es dauert 1–3 Tage, bis eine Wirkung der Antibiotika erkennbar ist.

Fragwürdige Medikamente bei Durchfall
Durchfallmittel mit Mikroorganismen (z. B. Colibiogen oral, Hylak N, Mutaflor, Omniflora N, Symbioflor I und II) oder Durchfallmittel, die Bakteriengifte binden sollen (Diarrhoesan, Kohle Compretten, Kohle Hevert), oder zusammenziehend wirkende Mittel (Tannacomp, Tannalbin) sind nicht sinnvoll. Bei keinem dieser Mittel gibt es einen seriösen Nachweis dafür, dass man damit Durchfälle verhindern oder wirksam behandeln kann.

Durchfall ist kein Schutz gegen Durchfall
Die Meinung, ein überstandener Durchfall schütze gegen weitere Durchfall-Erkrankungen, ist falsch!

Zeitverschiebung (Jetlag)

Es gibt bis jetzt keine Möglichkeit, bei längeren Flugreisen mit Zeitverschiebungen die innere Uhr mit Hilfe eines Medikaments umzustellen. Die Umstellung und Anpassung kann ein bis mehrere Tage dauern.
Der Körper passt sich aus unbekannten Gründen besser an, wenn man in Richtung Westen fliegt. Es kann hilfreich sein, die innere Körperuhr vor langen Flugreisen schon ein wenig an die Zeitzone des Ziellandes anzunähern: Wenn Sie Richtung Westen fliegen, sollten Sie versuchen, später zu essen, später schlafen zu gehen und am Morgen länger zu schlafen.
Wenn Sie ostwärts fliegen, sollten Sie früher essen, früher schlafen und früher aufstehen. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten Sie ungefähr den üblichen Zeitabstand zwischen den einzelnen Einnahmen beibehalten und sich nicht an der Ortszeit des Ziellandes orientieren. Wenn Sie also beispielsweise die Antibabypille verwenden, sollten zwischen der letzten Einnahme am Abflugort und der nächsten Einnahme etwa 20–24 Stunden liegen.

Thrombosegefahr

Bei lang dauerndem Sitzen im Flugzeug steigt für Menschen mit Krampfadern oder Venenentzündungen oder auch für Schwangere das Risiko, dass sich Thrombosen entwickeln. Das können Sie verhindern, wenn Sie alle 1–2 Stunden aufstehen und ein wenig auf und ab gehen.
Trinken Sie viel – aber keinen Alkohol. Denn die niedrige Luftfeuchtigkeit in den Flugzeugen führt dazu, dass dem Körper Flüssigkeit entzogen wird – und das erhöht das Risiko von Thrombosen.

Nach der Reise

Auch mehrere Wochen nach der Rückkehr kann es zu schweren Reise-Erkrankungen kommen, zum Beispiel Malaria. Wenn Sie innerhalb von vier Wochen nach der Rückkehr an Fieber oder ungewöhnlichen Beschwerden leiden, sollten Sie ärztlichen Rat suchen.