Wir bewerten Arzneimittel - Unabhängig, kritisch, kompetent

Neue Medikamente

Neu hinzugekommene Medikamente mit Angabe der wichtigsten Nebenwirkungen und unabhängiger Empfehlung:

Präparat Wichtigste Nebenwirkungen Empfehlung
 
Cervarix (D/Ö)
Fertigspritze
Humaner Papillomvirus-Impfstoff (gentechnisch hergestellte L1-Protein-Partikel der Virustypen 16 und 18)
Rezeptpflichtig
Sehr häufig Fieber, lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerz, Schwellung, Blutung). Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel. Hautjucken, Hautausschlag und Nesselsucht, Muskel- und Gelenkschmerzen. Injektion in Gefäße unbedingt vermeiden. Abzuraten zur Vorbeugung gegen Gebärmutterhalskrebs. Vertretbar zu Vorbeugung von Infektionen mit HPV-Viren (aber nur vom Typ 16 und 18), die abnorme Veränderungen des Gebärmutterhalses (zervikale Dyplasien) verursachen können. Der Nachweis der Wirksamkeit gegen Krebs fehlt bislang. Nur vorbeugend wirksam gegen 2 von etwa 100 vorwiegend durch Sexualkontakte übertragene Infektionen mit Papillomviren, nicht bei bestehenden Infektionen.
 
Clarium (D)
Retardtabl.
Piribedil
Rezeptpflichtig
Übelkeit, Bauchschmerzen, niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen (Synkopen), Halluzinationen, Verwirrtheit, starke Schläfrigkeit, auch anfallsweise, möglich. Spielsucht, verstärkte Sexualität möglich. Bei gleichzeitiger Behandlung mit dem Wirkstoff Levodopa können sich die Nebenwirkungen verstärken. Möglicherweise zweckmäßig als Zusatztherapie bei der Behandlung mit Levodopa und einem Decarboxylasehemmer (z. B. Madopar). Dopaminagonist und Alphablocker, der früher als durchblutungsförderndes Mittel angewendet wurde. Jetzt als Parkinsonmittel angeboten. Dafür noch unzureichend erprobt.
 
Optaflu (D)
Fertigspritze ohne Konservierungsstoffe
Influenza-Impfstoff (Oberflächenantigen, inaktiviert, in Zellkultur hergestellt) Hämagglutinin
Rezeptpflichtig
Fieber, lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, sehr selten Nervenschäden. Injektion in ein Blutgefäß unbedingt vermeiden (schwere Schockzustände möglich)! Therapeutisch zweckmäßig zur Vorbeugung der echten Virusgrippe (Influenza) bei gefährdeten Personen. Zweifelhafte Wirksamkeit bei älteren Menschen.
 
Rasilez (D)
Filmtabletten
Aliskiren
Rezeptpflichtig
Durchfall, Husten, Hautausschlag, lebensbedrohliche, rasche Schwellung von Haut und Schleimhäuten (Angioödem), Erhöhung von Kalium im Blut möglich. Ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs bei längerer Anwendung kann nicht ausgeschlossen werden. Abzuraten wegen völlig unzureichender Erprobung. Neuer Wirkstoff mit neuem Wirkungs-mechanismus (Reninantagonist). Vertretbar nur als experimentelle Therapie, wenn andere Hochdruckmittel nicht ausreichend wirken.