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Nebenwirkungen

„Wichtigste Nebenwirkungen“
Diese Spalte in unserer Medikamentenbewertung enthält nicht alle, sondern nur die nach Meinung der Gutachter und laut der verwendeten Fachliteratur bedeutsamsten Begleiterscheinungen, die bei der Verwendung des jeweiligen Mittels auftreten können.

Nebenwirkungen „nicht erfasst“ oder „keine wesentlichen bekannt“
Wenn dieser Vermerk in unserer Medikamentenbewertung erscheint, bedeutet das keineswegs, dass keine Risiken vorhanden sind! Er ist nicht gleichbedeutend mit „garantiert frei von Nebenwirkungen“, sondern gibt nur den momentanen Kenntnisstand wieder. Wegen der in der Medizin oft mangelhaften Erfassung von Nebenwirkungen sind die Angaben möglicherweise unvollständig.

Das Arztgespräch
Oft haben Ärzte aus Zeitmangel nicht die Möglichkeit, Patienten ausreichend über die wichtigsten Nebenwirkungen zu informieren, oder sie denken, es gibt ohnedies Beipackzettel.
Aber der Beipackzettel kann das persönliche, individuelle Arztgespräch nicht ersetzen!

Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin bei jeder Verschreibung:

  • Welche Nebenwirkungen können auftreten?
    Lassen Sie sich von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin genau erklären, wozu ein Medikament notwendig ist und welche Nebenwirkungen auftreten können.
  • Vertragen sich mit diesem Medikament die anderen Medikamente, die ich nehme?
    Das gilt auch für rezeptfreie Mittel und Naturheilmittel! Vielleicht gibt es gefährliche Wechselwirkungen zwischen all den Medikamenten, die Sie einnehmen. Schreiben Sie sich vor dem Arztbesuch auf, was Sie alles einnehmen, und fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin.
  • Wie lange muss ich das Medikament nehmen?
    Lassen Sie sich erklären, wie lange sie das Medikament nehmen sollen.
  • Brauche ich unbedingt ein Medikament?
    Fragen Sie, ob es statt des Medikaments eine andere Behandlungsmöglichkeit gibt.
  • Kann ich mit einer geringeren Dosis anfangen?
    Fragen Sie, ob es möglich ist, die Behandlung mit einer geringeren Dosis zu beginnen.
  • Kann ich die Dosis verringern?
    Wenn Sie ein oder mehrere Medikamente bereits längere Zeit nehmen: Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, ob es möglich ist, die Dosis zu verringern, oder ob Sie vielleicht den Versuch machen können, die Medikamente ganz abzusetzen.
  • Ist das eine Nebenwirkung?
    Wenn nach Beginn einer Behandlung Beschwerden auftreten, die Sie als Nebenwirkung verdächtigen: Setzen Sie sich mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin in Verbindung. Fragen Sie, ob Sie eventuell die Dosis verringern oder das Medikament sogar ganz absetzen sollen. Meistens sind die aufgetretenen Nebenwirkungen harmlos und vergehen von selbst nach einer kurzen Eingewöhnungsphase.

Beginn der Behandlung
Nebenwirkungen treten am Beginn einer Behandlung oft gehäuft auf – weil der Körper sich an das Medikament erst gewöhnen muss, oder weil die Dosierung zu hoch ist. Jeder Mensch reagiert individuell, und möglicherweise müssen Sie gemeinsam mit dem Arzt/der Ärztin erst die richtige Dosis herausfinden. Das gilt besonders für Herz-Kreislauf-Medikamente. Aber nicht für Antibiotika – da ist eine genau festgelegte Dosis meist unbedingt notwendig.

Mehr = Mehr
Je höher die Dosis des Medikaments, umso größer ist das Risiko von Nebenwirkungen. Je mehr Medikamente Sie nehmen, umso größer ist das Risiko von Nebenwirkungen.

Wirkung und Nebenwirkung
sind eng miteinander verbunden. Unangenehme Nebenwirkungen kann man oft verringern oder vielleicht sogar ganz ausschalten, indem die Dosis verringert wird – und trotzdem eine ausreichende Wirkung bewahrt. Tun Sie das aber nie eigenmächtig, sondern in Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin!

Unverträglichkeit
In seltenen Fällen reagiert Ihr Körper auf ein neues Medikament so stark, dass Sie aufhören müssen, es weiter einzunehmen – es handelt sich um eine so genannte Unverträglichkeitsreaktion. Ob es eine harmlose Nebenwirkung ist oder eine schwerwiegende Unverträglichkeitsreaktion, kann man als Laie meist nicht entscheiden. Auch hier gilt: Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin!