Methodik
Dies ist kein Buch gegen Medikamente. Im Gegenteil – durch die gezielte Beurteilung versteht es sich als Buch für den sinnvollen Gebrauch von Arzneimitteln, egal ob es sich um konventionelle oder alternative handelt. Uns ist bewusst, dass auch viele Mittel, deren Wirksamkeit zweifelhaft ist, die jedoch harmlos sind, oft schon durch den so genannten »Placebo-Effekt« wirken. Es kann also durchaus sinnvoll sein, solche Medikamente in bestimmten Fällen zu verschreiben.
Dieses Buch ersetzt nicht den Arztbesuch und auch nicht die genaue Beachtung von Anweisungen zum Gebrauch von Arzneimitteln.
In Deutschland sind etwa 40.000 industriell hergestellte Arzneimittel im Handel, in Österreich rund 10.000.
Auf der Basis der Verkaufsstatistiken (IMS Health, Der Pharmazeutische Markt, 2006) wurden die meistverkauften Präparate in Deutschland und Österreich ausgewählt und der Herkunft entsprechend mit »D« bzw. »Ö« gekennzeichnet.
Diese Datenbank enthält derzeit (Februar 2008) rund 15.000 Arzneimittel. Damit umfassen wir in Deutschland einen Marktanteil von etwa 1,4 Milliarden verkauften Packungen der 1,51 Milliarden Packungen des Gesamtmarktes, also rund 92 Prozent. In Österreich sind es etwa 90 Prozent.
Zuordnung von Medikamenten zu Anwendungsgebieten
Die Zuordnung der Medikamente zu den einzelnen Kapiteln bzw. Anwendungsgebieten stützt sich primär auf die Einteilung in der »Roten
Liste 2007«, dem Medikamentenverzeichnis des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie. Als weitere Unterlagen wurden außerdem
die »Gelbe Liste« in Form der Online-Ausgabe, der »Austria Codex«, Ausgabe 2006/2007 und
Medikamentenverzeichnisse von öffentlichen Apotheken verwendet.
In zahlreichen Fällen wurde ein Arzneimittel in mehreren vom Hersteller empfohlenen Anwendungsgebieten bewertet. Beispielsweise die
Beta-Blocker gegen Bluthochdruck, gegen Angina Pectoris und gegen Herzrhythmusstörungen). In der Regel haben wir uns jedoch auf
Empfehlungen zu den Anwendungsgebieten beschränkt, die von den Pharmafirmen als die wichtigsten angegeben wurden.
Die Empfehlungen zu den einzelnen Medikamenten
stützen sich auf die Angaben der Gutachter und den letzten Stand der medizinisch-pharmakologischen Fachliteratur.
Wenn nicht anders angeführt, bezieht sich die Empfehlung und ihre Begründung auf das Anwendungsgebiet, das in der Kapitelüberschrift angegeben ist. Ähnlich wie bei vielen pharmakologischen Fachbüchern dieser Art (beispielsweise »AMA Drug Evaluations«) handelt es sich bei den Empfehlungen letztlich um subjektive Meinungsäußerungen, die jedoch auf wissenschaftlicher Literatur und dem Sachverstand der Gutachter beruhen und wissenschaftlich begründbar sind.
Wichtig: Man sollte nicht nur die Empfehlung lesen, sondern auch immer den Text, der inhaltlich mit der jeweiligen Tabelle verknüpft ist.
Nebenwirkungen
Die Rubrik Wichtigste Nebenwirkungen beinhaltet nicht alle, sondern nur die nach der Meinung der Gutachter und laut der verwendeten Fachliteratur bedeutsamsten Begleiterscheinungen, die bei der Verwendung des jeweiligen Mittels auftreten können. Wenn der Vermerk »nicht erfasst« oder »keine wesentlichen bekannt« erscheint, bedeutet das keineswegs, dass keine Risiken vorhanden sind. Insgesamt kann wegen der in der Medizin nur mangelhaften Erfassung von Nebenwirkungen davon ausgegangen werden, dass die Angaben unvollständig sind.
Inhaltsstoffe
Die bei den Medikamenten angegebenen Inhaltsstoffe wurden der »Roten Liste 2007« bzw. dem »Austria Codex 2006/2007« entnommen. Bei Präparaten, die in diesen Verzeichnissen nicht angeführt sind, wurden auch Angaben aus der »Gelben Liste« in Form der Online-Ausgabe sowie Herstellerangaben verwendet.
Infotexte
In den Infotexten wird versucht, einen kurzen Überblick über die Bedeutung der einzelnen Krankheiten, ihre Ursachen, den Stellenwert der Behandlung mit Medikamenten und die Verkaufspolitik der Pharmakonzerne zu geben. Die Infotexte beruhen auf den Angaben der angeführten Experten und medizinisch-pharmakologischen Fachquellen.