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Regeln zum sinnvollen Medikamentengebrauch

  • Wasser trinken
    Jedes Medikament zum Einnehmen üblicherweise mit einem Glas Wasser hinunterspülen.
  • Nicht im Liegen einnehmen
    Medikamente zum Schlucken immer mit aufrechtem Oberkörper einnehmen – keineswegs liegend.
  • Rezeptfreie Mittel
    Auch rezeptfrei erhältliche Mittel, die Sie in der Apotheke oder Drogerie kaufen, können gefährliche Nebenwirkungen haben.
  • Autofahren
    Vorsicht beim Autolenken oder gefährlichen Tätigkeiten: Manche Medikamente können Ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Dies gilt besonders dann, wenn Sie auch Alkohol trinken.
  • Nicht zu lange einnehmen
    Medikamente nicht länger als vom Arzt/von der Ärztin verschrieben oder empfohlen anwenden! Das gilt besonders für alle Medikamente, die abhängig machen können: Schlaf- und Beruhigungsmittel vom Typ der Benzodiazepine, Schnupfenmittel, codeinhaltige Schmerz-, Migräne- und Hustenmittel, koffeinhaltige Schmerzmittel, Abführmittel, Appetitzügler.
  • Nicht zu früh aufhören
    Verwenden Sie Medikamente lange genug! Das gilt besonders für Antibiotika. Hören Sie mit der Einnahme nicht auf, wenn die Beschwerden besser werden. Verwenden Sie Antibiotika noch 2–3 Tage länger.
  • Pflanzliche Mittel + herkömmliche Medikamente
    Es ist unsinnig, zur gleichen Zeit herkömmliche Medikamente und solche aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde oder Alternativmedizin für denselben Zweck zu verwenden. Der Vorteil von milden Mitteln – geringere Wirkung und Nebenwirkung – wird dadurch zerstört.
  • Nicht aufgebrauchte oder abgelaufene Medikamente richtig entsorgen
    Rechtlich gesehen sind in Deutschland Medikamente Restmüll und dürfen in den Hausmüll gegeben werden. Aber die Belastung von Grundwasser, Flüssen und Seen mit Pharma-Resten ist besorgniserregend. Wasserkontrolleure haben bislang schon über 40 verschiedene “pharmakologisch aktive Substanzen” nachgewiesen: Röntgenkontrastmittel, Antibiotika, Betablocker, Schmerzmittel, Blutfettsenker und Hormone aus der Antibabypille. Schütten Sie Medikamente deshalb auf keinen Fall in Toilette oder Spüle! Und entsorgen Sie Arzneimittel immer als Problemstoffe über den Sondermüll. Die früheren Rücknahmeaktionen der Apotheken in Deutschland gibt es heute nicht mehr. Apotheken, die als Serviceleistung Medikamente zurücknehmen, entsorgen sie über die städtische Müllabfuhr. Eine getrennte Sammlung findet in der Regel nicht statt. Besser erkundigen Sie sich bei Ihrer Stadt oder Gemeinde, wo Sie Arzneimittel als Sondermüll abgeben können. (Das deutsche Umweltbundesamt plädiert übrigens dafür, Medikamente auch offiziell als Sondermüll einzustufen.) In Österreich ist die Situation anders als in Deutschland: Alle nicht aufgebrauchten Medikamente, egal ob es sich um rezeptfreie oder vom Arzt/von der Ärztin verschriebene handelt, werden von Apotheken zurückgenommen und als Sondermüll entsorgt oder müssen von Ihnen selbst direkt an Sondermüll-Sammelplätzen abgegeben werden. Wo auch immer Sie leben: Werfen Sie Medikamente nicht einfach in die Mülltonne!
  • Schnupfen- und Augenmittel
    Alle nicht aufgebrauchten Schnupfenmittel, Nasentropfen oder Augenmittel entsorgen (das gilt aber nicht für Eindosis-Behältnisse). Nicht aufbewahren! Solche Mittel enthalten durch den direkten Kontakt häufig Verunreinigungen und Krankheitskeime, die beim nächsten Gebrauch zusätzliche Beschwerden verursachen können.
  • Mehrere Medikamente
    Wenn Sie gleichzeitig mehrere Medikamente nehmen müssen: Besorgen Sie sich in der Apotheke eine Dosierhilfe (= ein Plastikbehälter mit kleinen Fächern). Damit können Sie leichter kontrollieren, ob Sie ein Medikament schon genommen haben oder nicht. Füllen Sie alle Medikamente ein, die Sie in einer Woche Tag für Tag einnehmen müssen. Oder lassen Sie sich die Medikamente in der Apotheke oder von Angehörigen oder Bekannten einfüllen. So haben Sie eine gute Kontrolle, ob Sie ein Medikament bereits eingenommen haben oder nicht.
  • Zu viele Medikamente
    Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viele Medikamente nehmen: Je mehr Medikamente (das gilt für rezeptpflichtige und rezeptfreie), umso größer ist das Risiko von Nebenwirkungen.
  • Erwachsenen-Medikamente für Kinder
    Geben Sie Kindern nie von Ihren Medikamenten, ohne den Kinderarzt/die Kinderärztin gefragt zu haben.
  • Medikamente richtig aufbewahren
    Bewahren Sie Medikamente immer so auf, dass sie für Kinder nicht zugänglich sind. Medikamenten-Vergiftungen bei Kindern sind häufig! Folgen Sie außerdem den Hinweisen zur richtigen Lagerung des Medikamentes im Beipackzettel.
  • Medikamentenvergiftung
    Wenn Sie versehentlich zu viel von einem Medikament geschluckt haben: Informieren Sie sich im Beipackzettel des betreffenden Medikamentes, wie Sie sich verhalten sollen. Wenn Sie im Zweifel sind: Rufen Sie vorsichtshalber die Vergiftungszentrale an, und erkundigen Sie sich, ob eine Gefahr besteht.

GIFT-INFORMATIONSZENTREN

Angaben für einen Giftnotruf:

  • Alter der vergifteten Person
  • Art und Konzentration des Giftes oder Stoffes
  • Eingenommene Menge
  • Zeitpunkt der Einnahme
  • Anzeichen der Vergiftung
  • Bereits getroffene Maßnahmen

Deutschland:
(detaillierte Informationen im Internet zu den jeweils zuständigen Vergiftungszentralen unter: www.vergiftungszentrale.de/vergz.html)

Baden-Württemberg Tel.: 0761/192 40 (Freiburg)
Bayern Tel.: 089/192 40 (München)
Berlin Tel.: 030/192 40
Brandenburg Tel.: 030/192 40 (Berlin)
Bremen Tel.: 0551/192 40 (Göttingen)
Hamburg Tel.: 0551/192 40 (Göttingen)
Hessen Tel.: 061 31/192 40 (Mainz)
Mecklenburg-Vorpommern Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt)
Niedersachsen Tel.: 0551/192 40 (Göttingen)
Nordrhein-Westfalen Tel.: 0228/192 40 (Bonn)
Rheinland-Pfalz Tel: 06131/192 40 (Mainz)
Saarland Tel.: 06841/192 40 (Homburg/Saar)
Sachsen Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt)
Sachsen-Anhalt Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt)
Schleswig-Holstein Tel.: 0551/192 40 (Göttingen)
Thüringen Tel.: 0361/73 07 30 (Erfurt)

Österreich:
(detaillierte Informationen im Internet: www.meduniwien.ac.at/viz)
Tel.: 01/406 43 43 (Wien)

Schweiz:
(detaillierte Informationen im Internet: www.toxi.ch)
Tel.: 044/251 51 51 (Zürich)