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Homöopathische Mittel

»Zumindest schadet es nicht« – diesen Satz hört man häufig als Begründung, wenn jemand ein homöopathisches Mittel verwendet. Homöopathische Arzneimittel gelten als harmlos und weitgehend nebenwirkungsfrei. Das macht sie beliebt bei Schwangeren, stillenden Müttern, in der Kinderheilkunde und Geburtshilfe.
Heutzutage empfehlen und »verteilen« auch manche Krankenschwestern, Hebammen, Masseure, Physiotherapeuten ohne entsprechende Ausbildung in Homöopathie diese Mittel. Das widerspricht zwar der homöopathischen Lehre, ist in der Praxis aber weit verbreitet. Weil sie rezeptfrei und frei verkäuflich sind, ist das ohne weiteres möglich.

Die homöopathische Lehre
Homöopathie ist eine in sich geschlossene medizinische Lehre, die sich von der herkömmlichen Medizin stark unterscheidet und teilweise im Gegensatz zu ihr steht.
Die Homöopathie sagt, dass Körper und Geist eine Einheit sind und jeder Mensch eine ganz bestimmte »Lebenskraft« besitzt. Ist diese durch äußere Einflüsse gestört – durch Krankheitskeime, innere unbewältigte Konflikte, Umwelt –, wird man krank. Gesund wird man nicht durch Behandlung einzelner Symptome, sondern durch wiederherstellen der »verstimmten Lebenskraft«, und zwar mit Hilfe von homöopathischen Arzneimitteln. Das »richtige« Arzneimittel findet man nur durch genaue Untersuchung und Befragung des Patienten.
Inzwischen gibt es in Deutschland allerdings keine einheitliche homöopathische Lehre mehr, sondern Dutzende verschiedener Schulen, die sich untereinander heftig bekämpfen. Dementsprechend gibt es auch ganz unterschiedliche Auffassungen darüber, welche homöopathische Behandlung richtig ist.

Vorzüge der Homöopathie
Ein Vorteil der homöopathischen Heilmethode besteht darin, dass sich Homöopathen/Homöopathinnen ausführlich mit den Problemen der Heilungssuchenden beschäftigen – vorausgesetzt, sie nehmen diese Lehre ernst. Leider verschwindet dieser Vorzug, wenn keine genauen Untersuchungen durchgeführt werden und keine Gespräche stattfinden und stattdessen einfach nur ein homöopathisches Mittel verordnet wird.

Kritik an der Homöopathie
Über die Wirksamkeit der homöopathischen Mittel ist nach wie vor ein heftiger Streit im Gange. Kritiker aus dem Bereich der konventionellen Medizin bemängeln, dass es bis jetzt nur dürftige Belege für eine solche Wirksamkeit gibt. Auffallend ist, dass die Erfolge der Homöopathie dort am größten sind, wo häufig auch Placebos (Arzneimittel ohne Wirkstoff) lindernd wirken: bei Schlaflosigkeit, Magenbeschwerden, Verstopfung.

Risiken der Homöopathie Wenn Sie eine schwerwiegende Krankheit nicht mit wirksamen traditionellen Medikamenten oder Methoden behandeln und sich stattdessen auf die Homöopathie verlassen, können Sie zu Schaden kommen. Mehrere Todesfälle sind dokumentiert.
Viele Homöopathen lehnen Impfungen, auch bei Kindern, strikt ab. In der herkömmlichen Medizin gilt es als unverantwortlich, ein Kind gegen schwerwiegende Krankheiten wie etwa Polio, Tetanus oder Diphtherie nicht impfen zu lassen. Das Nebenwirkungsrisiko solcher Impfungen ist gering, der mögliche Nutzen groß. Der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, bewertete Impfungen übrigens positiv.

Welches homöopathische Arzneimittel?
Das passende Medikament wird nach Krankheitssymptomen, Verhalten und Charakter des Patienten bestimmt. Homöopathen halten sich dabei an den zentralen Lehrsatz der Homöopathie: »Ähnliches mit Ähnlichem heilen«. Das bedeutet: Die Symptome der Erkrankung werden mit einem geeigneten, verdünnten Wirkstoff nicht bekämpft, sondern verstärkt. Das soll die Selbstheilungskraft des Körpers anregen und die »Lebenskraft« wiederherstellen. Die Homöopathie verwendet pflanzliche, tierische und mineralische Stoffe, aber auch Gifte wie Quecksilber, Blei, Arsen und Kadmium.

Wie wirken homöopathische Mittel?
Das Typische an homöopathischen Arzneimitteln ist die starke Verdünnung – »Potenzierung« genannt. Dadurch sollen verborgene medizinische Heilkräfte frei werden. Gängige Angaben zum Ausmaß der Verdünnung sind die Buchstaben C (centesimal = 1 : 100) oder D (dezimal = 1 : 10) in Verbindung mit einer Zahl.

Homöopathische Mischpräparate (Komplexmittel)
Die klassische Homöopathie lehnt Arzneimittel ab, die zwei oder sogar mehrere Stoffe enthalten. Im Gegensatz dazu bestehen jedoch die bekanntesten homöopathischen Mittel gerade aus solchen Mischungen, z.B. Meditonsin H und Vertigoheel.

Nebenwirkungen homöopathischer Medikamente
Homöopathie ist, im Gegensatz zu weit verbreiteten Vorstellungen, nicht nebenwirkungsfrei. Homöopathische Mittel, die Ursubstanzen oder geringe Verdünnungen von D1 bis D3 enthalten (z.B. Cinnabaris Pentarkan, Contramutan, Diacard, Lymphdiaral, Mastodynon, Tonsiotren H, toxi-loges, Traumeel S, Zeel comp N) haben ähnliche Nebenwirkungsrisiken wie herkömmliche Medikamente.

Homöopathen verwenden in ihren Arzneimitteln auch Pflanzen und Stoffe, die das Erbgut schädigen oder Krebs erregend sind. In konventionellen Medikamenten sind solche Stoffe weitgehend verboten. Eine Ausnahme stellen allerdings Krebsmittel dar. Die Homöopathie verwendet bei ihren Arzneimitteln auch starke Gifte wie Arsen, Blei, Kadmium, Quecksilber, Chrom. Bei lang dauernder Einnahme kann es sogar zu chronischen Vergiftungserscheinungen kommen.