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Hausapotheke

Ehe man die Hausapotheke zu Rate zieht, sollte man folgende Grundsätze beherzigen:

ZVL (Zeit verstreichen lassen) – viele leichte Beschwerden und Krankheiten vergehen von selbst, ohne dass man irgendwelche Medikamente benötigt!
LPF (liebevolle Pflege) – dieses Medikament lindert jede Krankheit!

Das sollten Sie in Ihrer Hausapotheke ständig griffbereit haben:


  • Telefonnummern und Adressen der Vergiftungszentrale, des Kinderarztes, des Hausarztes und des Notarztes bzw. der Rettung
  • Mutter-Kind-Pässe aller Kinder
  • Impfpässe aller im Haushalt lebenden Personen
  • Heftpflaster (1 Rolle oder eine Packung mit unterschiedlichen Größen)
  • Wundschnellverbände (50 × 4 cm, 50 × 6 cm, 50 × 8 cm)
  • Verbandpäckchen
  • elastische Mullbinden
  • Pinzette
  • Schere
  • ein sauberes Tuch zum Abbinden
  • Fieberthermometer (eventuell ein Schnuller-Thermometer und ein Gummi-Saugfläschchen zum Nasenschleim-Absaugen)
  • Wattebäusche
  • Erste-Hilfe-Buch oder Gesundheits-Ratgeber (z.B. »Kursbuch Gesundheit«, erschienen im Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2006)

Medikamente (rezeptfrei)

  • Wundreinigungsmittel (Antiseptikum) mit dem Wirkstoff Polyvidon-Jod, zum Beispiel Betaisodona Lösung (rezeptfrei in Deutschland und Österreich). Notfalls können Sie zur Desinfektion von Wunden auch Alkohol verwenden.
  • Schmerz- und Fiebermittel Paracetamol, enthalten z. B. in Ben-u-ron (rezeptfrei in Deutschland und Österreich). Diese Mittel sind auch für Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und ältere Menschen geeignet – bei Säuglingen Zäpfchen, bei Kindern Saft oder Tabletten.
  • Schmerz- und Fiebermittel Acetylsalicylsäure, enthalten z.B. in ASS-ratiopharm (rezeptfrei in Deutschland und Österreich). Dieses Mittel ist nur für Erwachsene ab 18 Jahren geeignet, aber nicht für Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende.
  • Schmerz- und entzündungshemmendes Mittel Ibuprofen, enthalten z.B. in Ibu-ratiopharm 400 akut (Deutschland, rezeptfrei), oder Ibuprofen Genericon Filmtabletten (Österreich, nur mit Rezept erhältlich). Der Wirkstoff Ibuprofen eignet sich besonders gegen Zahnschmerzen oder Regelschmerzen.

Je nach Haushalt und individuellen Bedürfnissen kommen für Ihre Hausapotheke außerdem in Betracht:

  • Sonnenschutzmittel
  • Insektenschutzmittel, z.B. Autan. Darf bei Säuglingen nicht angewendet werden!
  • Schnupfenmittel für Erwachsene, z.B. Otriven Dosierspray ohne Konservierungsstoff (rezeptfrei in Deutschland) oder Otriven Nasenspray ohne Konservierungsmittel (rezeptfrei in Österreich).
  • Schnupfenmittel für Babys, z.B. Rhinomer Nasenspray (enthält Meerwasser, rezeptfrei in Deutschland), oder Otrisal baby-Nasenspray (enthält Kochsalzlösung, rezeptfrei in Österreich).
  • Hustenmittel, z.B. Silomat Dragees, Saft, Tropfen (rezeptfrei in Deutschland und Österreich), nur anwenden, wenn eine Dämpfung des Hustens wirklich notwendig sein sollte. Diese beiden Medikamente sollten aber nicht in Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden. Die wichtigsten Maßnahmen bei Husten sind aufhören zu rauchen, für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen (Luftbefeuchter verwenden oder nasse Tücher aufhängen), Hustenbonbons lutschen oder stark gesüßten Tee trinken, generell viel trinken.
  • Abführmittel. In leichten Fällen ein Quellmittel mit Leinsamen, z.B. Linusit (Deutschland) oder Agiocur (Österreich). Wenn das nicht hilft, z.B. Agiolax Pico Pastillen (Deutschland) oder Guttalax Tropfen (Österreich). Bei schweren Verstopfungen ein senneshaltiges Präparat, z.B. Agiolax (Deutschland und Österreich). Alle genannten Mittel sind rezeptfrei erhältlich.
  • Durchfallmittel, z.B. Kohlekompretten (Deutschland) oder Kolemed (Österreich), beide rezeptfrei als Hausmittel. Die wichtigste Maßnahme bei Durchfall ist jedoch der Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushalts, d. h. viel Flüssigkeit mit Zucker und Salz in einer ganz bestimmten Mischung. In jeder Apotheke erhalten Sie Fertigpräparate wie Elotrans (Deutschland) oder Normolyt (Österreich). Beide Mittel sind rezeptfrei erhältlich.
  • Gastritismittel wie Rennie Tabletten (Deutschland) oder Alucol Tabletten (Österreich). Beide Mittel sind rezeptfrei erhältlich.
  • Fluor-Tabletten zur Karies-Vorbeugung bei Kleinkindern, z.B. Zymafluor Tabletten (Deutschland und Österreich, rezeptfrei).
  • Tränenersatzmittel, vorzugsweise solche, die keine Konservierungsmittel enthalten, z.B. Protagent SE Augentropfen (in Deutschland rezeptfrei) oder Protagent Einmalaugentropfen (in Österreich rezeptfrei erhältlich).
  • Pilzmittel gegen Fußpilz, z.B. Canesten Creme (in Deutschland und Österreich rezeptfrei erhältlich).
  • Hämorrhoidenmittel. Bei leichten Beschwerden genügt eine wirkstofffreie Salbe, z.B. Asche Basissalbe (Deutschland) oder auch Nivea. Falls das nicht hilft, ein Mittel mit schmerzlindernder Wirkung verwenden, z.B. Dolo Posterine N Zäpfchen, Salbe (Deutschland, rezeptpflichtig) oder Hametum Salbe (Deutschland und Österreich, rezeptfrei). Bei oberflächlich blutenden Hämorrhoiden ist Faktu geeignet (Deutschland, rezeptpflichtig).

3 wichtige Regeln zum Umgang mit Medikamenten


  • Medikamente nicht herumliegen lassen
    Lassen Sie nie Medikamente herumliegen, wenn Sie Kinder haben oder wenn Kinder zu Besuch kommen – keine Antibabypillen, kein Aspirin, kein Schnupfenmittel und auch keine scheinbar harmlosen Medikamente wie Vitaminpräparate oder Naturheilmittel. Verschließen Sie Medikamente immer in einem für Kinder nicht zugänglichen Schrank. Medikamentenvergiftungen gehören zu den häufigsten Notfällen!
  • Medikamente nicht umfüllen
    Lassen Sie Medikamente in ihrem Original-Behälter, zusammen mit der Packungsbeilage, um Irrtümer zu vermeiden. Außer Sie verwenden eine Dosierhilfe.
  • Alte Medikamente entsorgen
    Kontrollieren Sie einmal im Jahr den Inhalt der Hausapotheke. Entsorgen Sie alle angebrochenen Packungen, vor allem Augen- oder Nasentropfen, und alle Medikamente mit verdächtigem Zustand. (Schmerzmittel wie Aspirin oder Kombinationen mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure riechen nach Essig, wenn sie »schlecht« geworden sind. Im Zweifelsfall: Weg damit!) Abgelaufene Medikamente in die Apotheke (in Österreich) oder zum Sondermüll (in Deutschland) bringen. Keinesfalls in den Abfall werfen!