Mittel gegen Läuse und Krätzmilben

Krätzmilben und Läuse sind kleine Insekten, die in bzw. auf der Haut leben können. Ekzemartige Hauterscheinungen, Juckreiz, Knötchen und Pusteln sind oft Hinweise für den Befall durch diese Tiere.

Läuse

Kopfläuse sind 2,5 bis 3 mm groß und »bewohnen« fast ausschließlich die Kopfhaut. Die Weibchen kleben ihre Eier (Nissen) dicht in der Nähe der Kopfhaut so fest ans Haar, dass sie durch einfaches Haarewaschen nicht entfernt werden können. Bei starker Verlausung werden Nissen auch am Bart, in Augenbrauen, Achselhaaren, an Kopftüchern, Schals usw. angeklebt.

Läuse stechen mehrmals am Tag mit ihrem Stechsaugrüssel in die Haut, um so an ihr »Nahrungsmittel« zu gelangen – menschliches Blut. Die Stiche verursachen Juckreiz und ekzemartige Hauterscheinungen, vorwiegend hinter und über den Ohren sowie am Hinterkopf und im Nacken. Im weiteren Verlauf können bakterielle Infektionen hinzukommen.

Kopfläuse können nicht springen oder fliegen, aber sehr schnell rennen. Die Übertragung von Kopfläusen kann durch gegenseitigen Kontakt von Kopfhaaren, durch einen ausgeliehenen Kamm, durch Hüte und Kopfbänder, aber auch durch Kontakt mit einem von Nissen belegten abgefallenen Haar zustande kommen. Auch Personen mit guter persönlicher Hygiene können von Kopfläusen befallen werden.

Kleiderläuse siedeln sich eher am Rumpf und an den Gliedmaßen an und rufen Juckreiz, Papeln, Quaddeln und Hauteiterungen hervor.

Filzläuse sitzen in Scham- und Achselhaaren, bei Kindern auch in Augenbrauen und Wimpern. Ihre Bisse erzeugen blaue Flecken.

Behandlung von Läusen

Eine chemiefreie und hundertprozentig wirksame Behandlung gegen Kopfläuse ist der radikale Kurzhaarschnitt. Für alle Personen, für die das nicht in Frage kommt – wohl die meisten –, gibt es chemische Läusemittel.

Eine ungefährliche, aber unsichere Möglichkeit ist das mehrfache Spülen der Haare mit lauwarmem Essigwasser (drei Löffel Essig auf einen Liter Wasser) und anschließendes Auskämmen der feuchten Haare mit einem Nissenkamm. Manche Nissen haften jedoch so fest, dass sie nicht ausgekämmt werden können. Die betreffenden Haare müssen nahe der Wurzel abgeschnitten werden.

Als wirksam und mit relativ wenigen Risiken behaftet gilt die Kombination von natürlichen Pyrethrinen und Piperonylbutoxid (enthalten in Goldgeist forte). Piperonylbutoxid ist kein direkter Wirkstoff gegen Läuse, sondern erhöht nur die Wirksamkeit von Pyrethrin.

Der Vorteil von Pyrethrinen: Sie gelangen nur in geringem Ausmaß über die Haut in den Körper. Die Anwendung ist auch bei Kindern relativ sicher. Der Nachteil: Am Ort der Anwendung können Gefühle von Taubheit und Kribbeln (sogenannte Parästhesien) sowie Kontaktekzeme auftreten.

Vorsicht: Das Mittel sollte nicht ins Auge oder in den Mund gelangen.

Die Fachzeitschrift »arznei-telegramm« rät ab von der Verwendung von Sprays (z. B. Jacutin Pedicul Spray; der Wirkstoff in diesem Mittel ist das synthetische Pyrethroid Allethrin in Kombination mit Piperonylbutoxid), weil Pyrethroide vermutlich am ehesten über die Lunge in den Körper gelangen und bei Sprays dieses Risiko am größten ist.

Vorbeugung gegen Neuansteckung

Wenn sieben bis neun Tage nach der Behandlung noch Läuse oder Larven zu finden sind, muss die Anwendung wiederholt werden. Familienmitglieder und enge Kontaktpersonen müssen ebenfalls behandelt werden.

Außer der Behandlung der Kopfhaare ist eine gründliche Reinigung der Kämme und der Haar- und Kleiderbürsten notwendig – zehn Minuten in 60° C heißes Wasser legen tötet mit Sicherheit alle Läuse und Nissen.

Kleidung und Bettwäsche müssen bei 60° C gewaschen werden. Hitzeempfindliche Textilien werden vier Wochen lang in einen Plastiksack fest verschlossen – damit werden alle Läuse und noch schlüpfende Larven ausgehungert. Textile Kopfstützen und Spielsachen sollten ebenfalls behandelt werden.

Ein Tag im Tiefkühlschrank – bei minus 10 bis minus 15° C – tötet die Läuse ebenfalls.

Bei Kleiderläusen und Filzläusen sollten wegen der Gefahr der Übertragung außer Kontaktpersonen auch Kleidung und Bett mit entsprechenden Mitteln (Insektiziden) »behandelt« werden.

Krätze (Skabies)

Verschiedene Milbenarten rufen krankhafte Veränderungen an der Haut hervor. Die wichtigste Art ist die Skabies. Sie gräbt kleine Gänge in die Hornschicht der Haut und verursacht nach zwei bis sechs Wochen Beschwerden. Starker, meist nächtlicher Juckreiz und kleine Knötchen und Pusteln an den Fingerseitenflächen, der Beugeseite der Handgelenke, Fußknöcheln und in der Genitalregion sind Anzeichen dafür, dass sich Skabies eingenistet haben.

Tierische Milben (von Hunden, Katzen, Tauben, Hühnern, Wellensittichen) befallen ebenfalls Menschen, graben jedoch keine Gänge. Krätze wird nur durch direkten Hautkontakt übertragen und tritt vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen (Altenheimen, Pflegeheimen) auf.

Sorgfältige Körperpflege verhindert eine Infektion nicht. Sie führt allerdings dazu, dass man die Gänge nur sehr schwer erkennen kann. Fälschlicherweise wird der heftige Juckreiz, der nur zu leichten Hautveränderungen führt, von niedergelassenen Ärzten oft als »Allergie« oder »Ekzem« gedeutet und mit kortisonähnlichen Wirkstoffen behandelt. Dadurch geht die Entzündung zwar zurück, durch die Verringerung der Abwehrkräfte des Körpers kann es jedoch zu einer massiven Vermehrung der Milben kommen.

Behandlung von Krätze

Krätzmilben werden mit Permethrin (enthalten z. B. in Infectosab, Infectopedicul) behandelt. Als Alternative kann Crotamiton (enthalten z. B. in Eraxil) verwendet werden.

Für eine erfolgreiche Therapie ist es notwendig, die gesamte Körperoberfläche zu behandeln – mit Ausnahme von Gesicht und Haarboden. Wichtig ist auch die Behandlung unter den Fingernägeln. Der Juckreiz kann nach der Behandlung noch eine Zeit lang andauern.

Kontaktpersonen, Kleidung und Bett sollten ebenfalls »behandelt« werden.

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