Grundsätzlich gilt: Das optimale Empfängnisverhütungsmittel gibt es nicht.
Deshalb müssen sich die Partner unter Abwägung der empfängnisverhütenden Sicherheit, der gesundheitlichen Risiken und der individuell unterschiedlich stark empfundenen Nachteile für das für sie günstigste Mittel entscheiden.
Das einzige Empfängnisverhütungsmittel, das gleichzeitig auch einen sehr guten Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten bietet, ist das Kondom. Es verhindert nicht nur eine Ansteckung durch HIV, sondern schützt auch vor Chlamydien, die zu den am häufigsten sexuell übertragenen Bakterien gehören und bei Frauen und Männern zur Unfruchtbarkeit führen können.
Der Erfolg aller Verhütungsmethoden ist in jedem Fall von der genauen Einhaltung der Regeln jeder Methode durch die Partner abhängig.
Doch auch bei genauester Beachtung aller Anwendungsvorschriften unterscheiden sich die einzelnen Verhütungsmethoden in ihrem Sicherheitsgrad.
Als allgemeines Maß für den Sicherheitsgrad gilt der so genannte Pearl-Index (P. I.), der die Zahl der ungewollten Schwangerschaften pro »100 Frauenjahre« angibt. Es handelt sich dabei um eine statistische Berechnung, wie oft es im Verlauf von 1.200 Menstruationszyklen trotz genauer Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt.
| Sterilisation der Frau | 0,1-0,3 |
| Sterilisation des Mannes | 0,1 |
| Pille | 0,2-0,3 |
| Minipille | 1,0 |
| IUP (Kupferspirale) | 1-2 |
| Kondom | 2 * |
| Diaphragma in Komb. mit spermientötender Substanz | 2 * |
| spermientötende Substanz (Nonoxinol) | 6-10 * |
| »einfaches« Diaphragma | 4-7 |
| Minicomputer »Persona« | 6 |
| Temperaturmethode | 9 |
| Schleimstrukturmessung | 1-20 |
| Coitus interruptus (»Rückzieher«) | 15-35 |
| * Bei diesen Methoden passieren häufig Fehler in der Anwendung. Deshalb liegt die reale Versagerquote (und damit das Risiko) oft sehr viel höher. | |
Bei dieser Methode muss der Mann seinen Penis so rechtzeitig aus der Scheide ziehen, dass der Samenerguss außerhalb erfolgt. Dies ist eine sehr unsichere Methode der Verhütung und kann psychisch sehr belastend sein, weil man eben ständig »aufpassen« muss und nicht entspannt ist.
Mittels Kombination dieser beiden Methoden lässt sich ein Pearl-Index von 3 erreichen. Durch Messen und Aufzeichnen der Körpertemperatur über mehrere Zyklen kann man den Zeitpunkt des Eisprungs ungefähr ermitteln.
Die Temperatur wird immer in der Früh vor dem Aufstehen zur selben Zeit gemessen und in ein Kurvenblatt eingetragen. Dazu sind ein regelmäßiger Schlafrhythmus und Genauigkeit beim Messen notwendig – in Mund, Scheide oder Enddarm.
Schon kleine »Störfaktoren« wie nächtliches Aufstehen, weniger als sechs Stunden Schlaf, leichtes Fieber oder die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Schmerzmittel, Rheumamittel) können die Temperaturkurve verfälschen und so Missdeutungen zulassen.
Zur leichteren Handhabung und genaueren Übersicht sind inzwischen auch computergestützte Temperaturmessungsgeräte erhältlich.
Die Schleimstrukturmethode ist eine Form der Selbstuntersuchung. An der Beschaffenheit (insbesondere der Spinnbarkeit) des Vaginalschleims lassen sich fruchtbare Tage erkennen.
Das Diaphragma besteht aus einer gewölbten Gummischeibe, in deren Rand ein elastischer Ring eingelassen ist. Vor dem Geschlechtsverkehr wird es eingeführt und frühestens sechs, längstens zwölf Stunden später wieder entfernt. Es schließt die Scheide vor der Gebärmutter ab und verhindert weitgehend das Aufsteigen der Spermien.
Relativ sicher ist das Diaphragma nur, wenn es zusammen mit einer spermienabtötenden Creme verwendet wird. Bei wiederholtem Verkehr muss die Creme erneut eingeführt werden.
Das Diaphragma ist für jene Frauen günstig, die sowohl die Pille als auch die Kupferspirale nicht vertragen.
Wichtig: Das Diaphragma muss die passende Größe haben. Darum ist eine Anpassung durch erfahrene Gynäkolog(inn)en oder in einer Pro-Familia-Beratungsstelle notwendig. Bei manchen Frauen kann das Diaphragma die Anfälligkeit für Blasenkatarrh erhöhen.
Ein spermienabtötendes Mittel ist der Wirkstoff Nonoxinol-9 (z. B. Contraceptivum E, Patentex oval), der in Form von Zäpfchen vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden muss. Die volle Wirkung tritt etwa 15 Minuten später ein und hält ungefähr eine Stunde an.
Nonoxinol-9 bietet einen guten Schutz, wenn es – besonders in Kombination mit Diaphragma oder Präservativ – korrekt verwendet wird. Allerdings kann das Latex durch Nonoxinol porös werden.
Als Nebenwirkung können lokale Reizungen auftreten, die sich als unangenehmes Brennen und Wärmegefühl bemerkbar machen. Bei häufiger Verwendung kann die Vaginalflora geschädigt werden. Manche Frauen reagieren auch mit Allergien.
Kondome sind bis jetzt das einzige Verhütungsmittel (mit Ausnahme der Sterilisierung), bei dem der Mann einen Großteil der Verantwortung übernehmen kann. Seit der Zunahme der Aids-Erkrankungen ist weltweit auch wieder bewusst geworden, dass Präservative außerdem einen guten Schutz gegen die Übertragung von Infektionen durch HIV, Chlamydien, Gonokokken, Trichomonaden, Pilze, Herpes, Hepatitis B und andere Erreger bieten.
Für Männer und Frauen mit einer Latex-Allergie sind Kondome nicht geeignet.
Vorsicht: Die gleichzeitige Verwendung fetthaltiger Gleitmittel und von Nonoxinol mindert den Schutzeffekt.
In Deutschland wird diese Art der Empfängnisverhütung von etwa einer Million Frauen angewendet. Die Spirale wird vom Frauenarzt während der Menstruation in die Gebärmutter eingesetzt. Zunächst muss halbjährlich, später seltener kontrolliert werden, ob die Spirale noch richtig sitzt.
Mit der Spirale wird die Ei-Einnistung verhindert, der genaue Wirkungsmechanismus ist jedoch nicht bekannt. Wahrscheinlich verhindert die Spirale die Einnistung durch Auslösen einer unspezifischen Infektion als Folge des Fremdkörperreizes. Die Kupferionen hemmen die Beweglichkeit der Spermien und schädigen die Befruchtungsfähigkeit.
Bei etwa 10 Prozent der Frauen muss die Spirale wegen zu starker Blutungen oder zu starker Schmerzen wieder entfernt werden, meistens innerhalb der ersten drei Monate und während der Menstruation. Manche Frauen haben kurz nach dem Einsetzen der Spirale krampfartige Schmerzen ähnlich wie bei einer Menstruation. Diese Beschwerden vergehen meist nach einigen Stunden.
Nebenwirkungen der Spirale sind bei manchen Frauen schmerzhafte, verstärkte oder verlängerte Menstruationen und Zwischenblutungen.
Gefährliche Nebenwirkungen sind Entzündungen im Gebärmutter- bzw. Eileiterbereich, denn sie können zum Verschluss der Eileiter führen.
Eine spätere Schwangerschaft ist dann nur noch schwer oder nicht mehr möglich. Aus diesem Grund gilt die Verwendung der Spirale für Frauen, die später unbedingt Kinder haben möchten, als problematisch.
Durch die Spirale soll es auch 5- bis 10-mal häufiger zu Eileiterschwangerschaften kommen als bei Frauen, die sie nicht verwenden.
Es wird empfohlen, die Spirale mindestens fünf Jahre lang ohne Wechsel zu tragen. Ein vorzeitiger Wechsel ist nur bei einem Verdacht auf Verlagerung (Verschwinden des Fadens, die falsche Lage ist im Ultraschall eindeutig sichtbar) oder bei schweren Blutungsstörungen und Schmerzen gerechtfertigt.
Jedes Wechseln führt immer wieder zu erhöhter Unsicherheit und Entzündungsgefahr. Ärzte, die ein häufiges Wechseln propagieren, missachten ihre Sorgfaltspflicht gegenüber der Frau.
Die Spirale bleibt eine nützliche und wirksame Methode der Empfängnisverhütung für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung, vor allem wenn keine Kinder mehr gewünscht werden und eine Sterilisation nicht geplant ist. Besonders Frauen über 30 Jahren ist die Spirale zu empfehlen, denn dann steigen sowohl die mit dem Gebrauch von hormonalen Verhütungsmitteln verbundenen Risiken als auch die empfängnisverhütende Zuverlässigkeit der Spirale.
Achtung: Die Spirale darf nicht eingesetzt werden bei Frauen, die an akuten Infektionen der Geschlechtsorgane leiden!
Wird eine Spirale innerhalb von fünf Tagen nach dem letzten Geschlechtsverkehr eingesetzt, so wird dadurch das Einnisten eines eventuell befruchteten Eies verhindert. Diese Methode ist zuverlässiger wirksam als die »Pille danach«.
Die operative Unfruchtbarmachung gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden. Sie kann sowohl beim Mann als auch bei der Frau nur mit hohem Aufwand und nicht immer rückgängig gemacht werden. Deshalb sind eine sorgfältige Beratung und eine gut überlegte Entscheidung notwendig.
Viele Kliniken führen eine Sterilisation bei einer Frau mit Kindern nicht vor dem 30. Lebensjahr und bei einer Frau ohne Kinder nicht vor dem 35. Lebensjahr durch. Aus medizinischen oder besonderen persönlichen Gründen können Sterilisationen jedoch auch bei jüngeren Frauen vorgenommen werden.
Eine Sterilisation hat keine negativen Auswirkungen auf das sexuelle Verlangen oder die sexuelle Erlebnisfähigkeit.
Beim Mann ist die Sterilisation mit weniger operativen Risiken verbunden als bei der Frau.
Mit der »Pille« (bzw. ihren verschiedenen Formen) werden dem Körper zusätzlich künstliche Sexualhormone (Gestagene bzw. Östrogene) zugeführt. Dadurch wird ein Eisprung verhindert. Die Schleimhaut des Gebärmutterhalses und der Gebärmutter wird zudem so verändert, dass die Spermien nicht in die Gebärmutter wandern können bzw. die Ei-Einnistung erschwert ist.
unterscheiden sich voneinander in der Zusammensetzung und in der Höhe der darin enthaltenen Hormondosen. Bei einigen dieser Präparate scheint es häufiger zu ungewollten Schwangerschaften zu kommen.
In Einphasenpräparaten (Kombinationspräparaten) wird eine stets gleichbleibende Kombination von Östrogen- und Gestagen-Bestandteilen 21 Tage lang verwendet. Sie gelten als die zuverlässigsten Präparate.
In Zweiphasenpräparaten ist in der ersten Phase zunächst nur Östrogen (oder auch zusätzlich eine geringe Dosis Gestagen) und in der zweiten Phase dann zusätzlich eine höhere Dosis Gestagen enthalten. Damit diese »Pillen« sicher sind, müssen sie relativ hohe Östrogen-Dosen enthalten.
Dreiphasenpräparate enthalten eine Kombination von Östrogenen und Gestagenen, deren Dosierung während der drei Phasen unterschiedlich ist.
Bei Zwei- oder Dreiphasenpräparaten ist es wichtig, dass die Reihenfolge der Einnahme genau eingehalten wird.
In der angesehenen Fachpublikation »Arzneimittel-Kursbuch« wird betont, dass die »Pille« – von besonderen Ausnahmen abgesehen – nicht mehr als 30 bis 35 Mikrogramm (= 0,03 bis 0,035 mg) Östrogen enthalten sollte. Höher dosierte Präparate sollten speziellen Situationen vorbehalten sein.
Grundsätzlich gilt, dass zuerst niedrig dosierte Präparate versucht werden sollten.
Wenn es notwendig ist – z. B. bei anhaltenden Zwischenblutungen –, kann zu »Pillen« gewechselt werden, die eine etwas höhere Dosis der gleichen Wirkstoffgruppe enthalten. Dies sollte aber erst nach einer drei Zyklen dauernden Anpassungsphase erfolgen, denn am Anfang der Pilleneinnahme sind Zwischenblutungen besonders bei niedrig dosierten Präparaten häufig.
Sogenannte »Mikropillen« mit relativ niedrigem Östrogengehalt, die die Gestagene Desogestrel (z. B. Biviol, Cerazette, Lamuna, Lovelle, Marvelon, Mercilon, Novial, Oviol) oder Gestoden (z. B. Femovan, Meliane, Minulet, Triodena) enthalten, haben gegenüber den älteren Präparaten kein niedigeres, sondern wahrscheinlich sogar ein erhöhtes Risiko von Venenthrombosen und Lungenembolien.
Neuere »Pillen«, die neben einem Östrogen auch das Gestagen Drospirenon enthalten (z. B. Aida, Yasmin, Yasminelle), sind noch relativ wenig erprobt. Die Thrombosegefahr und andere Risiken sind bis jetzt unzureichend untersucht. Deshalb lautet unsere Empfehlung: Abzuraten. Yasminelle enthält einen etwas geringeren Östrogengehalt als Yasmin. Die in der Werbung behauptete Gewichtsabnahme beträgt lediglich einige 100 Gramm.
Als Alternative zu Antibabypillen zum Schlucken gibt es Ringe, die in die Vagina eingelegt werden (z. B. NuvaRing). Dieses Mittel gibt kontinuierlich die notwendige Hormonmenge ab. NuvaRing enthält einen mit dem problematischen Gestagen Desogestrel verwandten Wirkstoff. Vorsicht: Kann beim Tamponwechsel oder Stuhlgang unbemerkt ausgestoßen werden. Das Thromboserisiko ist noch nicht ausreichend untersucht.
Hormonpflaster wie etwa Evra sind schlechter verträglich als Antibabypillen, weil sich der Östrogenspiegel unter Umständen stark erhöht. Das Thromboserisiko ist bis jetzt nicht ausreichend untersucht. Wir raten deshalb ab von der Verwendung.
Die Verwendung von »Pillen« mit einem gegen männliche Geschlechtshormone gerichteten Anteil (z. B. Diane/ -mite) ist nur dann gerechtfertigt, wenn so genannte »Androgenisierungserscheinungen« behandelt werden müssen – etwa bei schwerer Akne oder männlichem Haarwuchs.
Diese »Pillen« (z. B. Cerazette, 28 Mini) enthalten relativ geringe Gestagen-Hormonmengen. Die Minipille muss jeden Tag – auch während der Menstruation – eingenommen werden. Sie ist weniger sicher, es kommt leicht zu länger dauernden Schmierblutungen, aber auch zu Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen im Gewebe.
Hierbei handelt es sich um eine Injektion, die etwa vierteljährlich wiederholt werden muss. Sie enthält große Mengen eines Langzeit-Gestagens. Eine Empfängnis wird dadurch zuverlässig verhütet. Fast immer treten als unerwünschte Wirkung unregelmäßige Blutungen oder Dauerblutungen auf. Der Menstruationsrhythmus ist völlig aufgehoben. Nach dem Absetzen kann eine längere Periode der Unfruchtbarkeit eintreten.
Als Nebenwirkungen treten häufig Gewichtszunahme, Verminderung des sexuellen Begehrens, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Stimmungsveränderungen auf.
Die Dreimonatsspritze sollte nur bei Frauen angewendet werden, die eine Schwangerschaftsverhütung benötigen, aber weder in der Lage sind, die »Pille« regelmäßig und zuverlässig einzunehmen, noch ein anderes Verhütungsmittel vertragen.
Sie bewirkt ein vorzeitiges Ausstoßen der Gebärmutterschleimhaut und verhindert so die Einnistung. Dabei handelt es sich um die einmalige Verwendung des Gestagen-Hormons Levonorgestrel (z. B. unofem, Vikela).
Die Tablette muss innerhalb von 12 Stunden bis spätestens 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr geschluckt werden. Dadurch kann eine Schwangerschaft in etwa 97 bis 98 Prozent aller Fälle verhütet werden. In manchen Veröffentlichungen werden jedoch auch niedrigere Prozentzahlen angegeben.
Wenn Sie innerhalb von 3 Stunden nach Einnahme erbrechen, sollten Sie möglichst rasch eine weitere Tablette einnehmen.
Nebenwirkungen: häufig Übelkeit und Erbrechen, außerdem Brustspannungen, Kopfschmerzen und irreguläre Blutungen. Bei Versagen der Methode ist eine Schädigung des Embryos nicht ausgeschlossen, jedoch unwahrscheinlich. Eine mehrmalige Anwendung innerhalb eines kürzeren Zeitraumes kann wegen der hohen Hormondosen nicht empfohlen werden.
Das Einsetzen einer Kupferspirale innerhalb von fünf Tagen nach dem Geschlechtsverkehr verhütet eine Schwangerschaft zuverlässiger als die »Pille danach«.
Mifegyne kann bis zum 49. Tag nach der letzten Regelblutung angewendet werden.
In Deutschland müssen sich Frauen vor einer Anwendung bei einer zugelassenen Beratungsstellen beraten lassen, in Österreich besteht keine Verpflichtung dazu.
In Deutschland wird Mifegyne vom Hersteller nur direkt an Krankenhäuser und Arztpraxen geliefert, die berechtigt sind, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen.
Für einen Abbruch mit Hilfe von Mifegyne sind drei Arzttermine notwendig. Zunächst wird Mifegyne eingenommen. Zwei Tage später unter ärztlicher Kontrolle ein Prostaglandin-Präparat. Dadurch kommt es in den meisten Fällen innerhalb von vier Stunden zur Fehlgeburt. Zur Kontrolle des vollständigen Aborts ist etwa 10 bis 14 Tage später ein dritter Arztbesuch vorgesehen.
In etwa drei Prozent aller Fälle ist eine nachträgliche Ausschabung (Kurettage) notwendig.
Nebenwirkungen: bis zu zehn Tage anhaltende Blutungen, schmerzhafte Gebärmutterkontraktionen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und Müdigkeit.
Frauen über 35, starke Raucherinnen und Frauen mit erhöhtem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dürfen Mifegyne nicht anwenden. Für diese Frauen ist die Absaugemethode günstiger.
Die gleichzeitige Einnahme der »Pille« und anderer Medikamente kann die empfängnisverhütende Sicherheit verhindern. Besonders beeinträchtigend können Medikamente wirken, die das Schlafmittel Phenobarbital enthalten, aber auch Johanniskraut, Rheumamittel wie Phenylbutazon, Antibiotika wie Rifampicin und Epilepsiemittel (z. B. Epanutin, Epilan, Zentropil).
Früher wurde empfohlen, die »Pille« nach ein bis zwei Jahren kurzzeitig abzusetzen, auch wenn sie gut vertragen wurde. Eine solche »Pillenpause« ist nach heutigem Wissensstand aber nicht notwendig.
In den letzten Jahren wurden in Deutschland sehr viel weniger Antibabypillen verwendet. Im Jahr 2003 wurden noch 27 Millionen Packungen gekauft, 2006 waren es nur noch 21 Millionen.
Etwa jede vierte Frau im gebärfähigen Alter verwendet die »Pille« als Verhütungsmittel. Die möglichen Nebenwirkungen sollten deshalb besonders ernst genommen werden. Auch wenn manche Nebenwirkungen selten auftreten, sind davon aufgrund der häufigen Einnahme der »Pille« eine große Anzahl von Frauen betroffen. Frauen, welche die »Pille« einnehmen, erkranken häufiger an Herz- und Gefäßerkrankungen (Bluthochdruck) und zeigen Neigung zu Blutgerinnseln, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Das »Pillen-Risiko« wird noch vervielfacht, wenn gleichzeitig andere Risikofaktoren vorliegen – z. B. wenn Frauen rauchen, übergewichtig oder über 35 Jahre alt sind. Weitere schwerwiegende unerwünschte Wirkungen können Leberschädigungen sein. Besonders gefährdet sind Frauen, die schon einmal eine Schwangerschaftsgelbsucht hatten.
Außerdem können Migräne, Übelkeit, Nervosität, Müdigkeit, Akne, Haarausfall, Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmungen, Brustschmerzen, Gewichtszunahme, Verminderung der Lust und Zwischenblutungen auftreten. Zudem leiden Frauen, welche die Pille einnehmen, häufiger an Pilzerkrankungen der Scheide.
Durch die Pille scheint sich das Risiko zu vermindern, an Gebärmutter- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Das Risiko, an einem Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, gilt jedoch als erhöht.
In verschiedenen, sich widersprechenden Studien wird auch ein erhöhtes, bisher jedoch nicht bewiesenes Brustkrebsrisiko diskutiert. Bei Einnahme der Minipille kann es zu Zysten an den Eierstöcken kommen, die sich jedoch nach einem Absetzen des Präparats wieder zurückbilden.
Auf keinen Fall sollte die »Pille« genommen werden:
Nur mit Vorbehalten und unter besonders sorgfältiger Kontrolle sollte die »Pille« genommen werden:
Sofort abgesetzt werden muss die »Pille«,
Auch nach dem Absetzen kann es noch zu einigen Problemen kommen: So kann es bei manchen Frauen längere Zeit dauern, bis der normale Rhythmus der Regel wieder einsetzt.
Eine bereits 1986 in Großbritannien veröffentlichte Studie an 17.000 Frauen ergab überdies, dass 18 Prozent der Frauen zwischen 25 und 34 Jahren damit rechnen müssen, nach dem Absetzen der »Pille« vier Jahre lang unfruchtbar zu bleiben – gegenüber 11 Prozent jener Frauen, die andere Mittel zur Empfängnisverhütung angewendet haben.
Grundsätzlich sollten bei jeder Frau, welche die »Pille« nimmt, regelmäßig Kontrolluntersuchungen der Leber- und Nierenfunktion, des Blutdrucks, des Blutzuckers und gynäkologische Vorsorge-Untersuchungen (mit Zellabstrichen) durchgeführt werden.